Mittwoch, 21. Juli 2010

Solarium Verbot für Jugendliche: Melanotan II als Ersatz

Im April 2010 hat der Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), das so genannte Solarium-Verbot verordnet (siehe auch Blog-Arikel vom 07.04.2010). Ab 1. September ist es Jugendlichen unter 18 Jahren nicht mehr gestattet, sich auf die Sonnenbank zu legen. Das Ziel dieses Gesetzes ist es, junge Menschen vor einem erhöhten Hautkrebsrisiko zu schützen.

Das Problem dabei ist allerdings, dass viele Kunden der Solarien gerade dieser Altersgruppe angehören und auf ihre künstliche Bräune nicht verzichten wollen. Sie greifen nun vermehrt zu noch wesentlich drastischeren und gefährlicheren Mitteln wie zum Beispiel der illegalen Substanz Melanotan II, die als Spritze verabreicht und meist online erworben wird. Diese so genannte "Barbie-Droge" verspricht nicht nur Bräune, sondern auch eine schlanke Figur und viel Sex-Appeal. Es ist für unsere Gesellschaft symptomatisch, dass immer mehr Menschen extreme Gesundheitsrisiken auf sich nehmen um einem bestimmen Schönheitsideal nahe zu kommen. Der verbotene Internethandel mit Melanotan II boomt zurzeit und man geht davon aus, dass wegen des Solariums-Verbot die Nachfrage nach diesen bedenklichen Mitteln noch weiter steigen wird.

Die Gefahren dieses Präparats sind groß, vielfältig und wissenschaftlich noch nicht vollständig erforscht. Bekannt ist, dass es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosigkeit, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf Problemen kommen kann. Des Weiteren wurden bei den Personen, die Melanotan II verwenden, eine vermehrte Bildung von Pigmentflecken und Muttermalen registriert. Abgesehen von den erwiesenen Nebenwirkungen sind auch Langzeitfolgen zu befürchten, wie zum Beispiel Hautkrebs.

Vielleicht sollten wir unser Schönheitsideal des ganzjährig stark gebräunten Körpers überdenken und wieder die "vornehme Blässe" unserer Urgroßmütter anstreben. Unsere Haut und unsere Gesundheit würden es uns danken.

Mehr zum Thema:

Tiroler Tageszeitung
Salzburger Nachrichten
Kurier

Foto Copyright: Herr Becker/flickR.com

1 Kommentare:

  1. Der Artikel ist sehr einseitig. Die bezeichneten Folgen wie Übelkeit treten lt. Forenberichten nur in der Einschleichphase auf. Die Verdunklung von Pigmenten ist lediglich auf die Hautbräunung zurückzuführen und kein Hautkrebs. Lediglich bei sehr dunkler Haut kann es dazu kommen, dass kein Vitamin D mehr gebildet werden kann; darüber hinaus besteht bei starker Besonnung Sonnenbrandgefahr, da diese Bräune allein Sonnenbrand nicht verhindert. In keinem Forenbeitrag habe ich substanziierte Hinweise auf Herzerkrankungen gefunden. Mutmaßungen über eventuelle Langzeitfolgen ohne sachgerechte Studien sind nicht geeignet ein kosmetisches Mittel negativ darzustellen.

    AntwortenLöschen