London im Dezember: In Kensington steht vor jedem zweiten Haus ein Maserati, ein Porsche oder ein Bentley (Mulsanne!). Eine Sechzig-Quadratmeter-Wohnung kostet 600 Pfund – pro Woche. Das Abstellen des Fahrzeugs vor dem Haus wird mit 4 Pfund pro Stunde berechnet.
Alles kein Problem für die Menschen, die hier wohnen. Die meisten von ihnen lassen die Nobellimousine während der Woche umweltbewusst stehen, weil sie mit der „Tube“ in die City of London, zu ihrem Arbeitsplatz, fahren.
Vor der St. Pauls Cathedral haben sich, bei eisigen Temperaturen und Feuchtigkeit, die in die Knochen geht, Aktivisten der „Occupy the City“ in Zelten eingeigelt. „Compost capitalism“ steht auf einem der Transparente.
Die Damen und Herren aus Kensington drehen in den Büros rund um die Kathedrale, reichlich unberührt von den „Spinnern“ in ihren Zelten, weiter am ungebremsten Rad der Finanzwirtschaft. Investmentbanken wachsen, wo Europa fast die Luft ausgeht, innerhalb eines Jahres von 20 auf 140 Mitarbeiter.
Damit der Boden für diese Akteure auch ohne Kompostierung des Kapitalismus weiterhin reiche Ernte hergibt hat Englands Premierminister gerade wieder einmal „nein“ gesagt in Brüssel.
Die „City of London“ freut sich. No rules, much fun!
Am „Kontinent“ fragt man sich, wie viel Impertinenz noch kommen muss, um den Engländern mit Karl Kraus den Weg aus der EU zu weisen. „Jeder Britt….“
Dietmar Dworschak

Was soll das denn? Demnächst kommen hier noch Sprüche wie:
AntwortenLöschenJeder Schuss ein R..., Jeder Stoß ein Fr.....???
Völkerverständigung geht anders!
Wem wird hier welcher Vorwurf gemacht? Dass die City Geld verdient? Sie hat immerhin Erfolg. Dass britische Politiker, voran der Premier, populistisch sein und dumm agieren können? Sind Sie in letzter Zeit mal in Berlin gewesen? Egal. Wenn Sie 60qm in Kensington wirklich für nur 600£ bekommen können, bitte ich dringend um Mitteilung. Da findet sich ein Abnehmer, wenn's nicht grade fensterloses Sub-Parterre ist... :-)
AntwortenLöschen„Völkerverständigung“ und „Man wird ja wohl noch Geld verdienen dürfen“
AntwortenLöschenAuf die Frage, wo denn in meinem Text die Völkerverständigung bleibe,kann ich nur rückfragen: Ja, wo bleibt sie denn, bei den Engländern?
Der Hinweis, man dürfe ja wohl noch Geld verdienen, ist angesichts jener Räder, die die Finanzwirtschaft insgesamt und die Investmentbanker bzw. Hedgefonds im Besonderen drehen, schon ein wenig frivol.
Gehört in die basisliberale Kategorie: Was ist denn schlecht an Landminen?
Es kommt doch nur darauf an, wem man sie verkauft!